VfB Schrecksbach 1921 e.V.

SG Immichenhain/Ottrau und VfB Schrecksbach kooperieren!

VfB Schrecksbach, 07.05.2018

SG Immichenhain/Ottrau und VfB Schrecksbach kooperieren!

Start mit gemeinsamer Zweite geplant!
Zusammenschlüsse von Fußballvereinen waren in unserer Region in den letzten
Jahren ein Trend, der sich aufgrund rückläufiger Spielerzahlen vorrangig in der
Bildung von Jugendspielgemeinschaften äußerte. Letztlich war es aber nur eine Frage
der Zeit, bis sich diese Entwicklung auch im Seniorenbereich bemerkbar machen
würde. Mit der SG Immichenhain/Ottrau und dem VfB Schrecksbach haben nunmehr
zwei Urgesteine des Schwälmer Fußballs bekannt gegeben, in der nächsten Saison
kooperieren zu wollen. Beabsichtigt ist, ab der Spielzeit 18/19 eine gemeinsame
Reservemannschaft zu melden!
Markus Jäckel, Vorstandsmitglied des VfB Schrecksbach, begründet die beabsichtigte
Zusammenarbeit mit der SG vor allem mit Spielermangel: „ Unsere Spielerzahlen waren in
den letzten Jahren immer mehr rückläufig. Das führt aktuell dazu, dass wir vermehrt
Probleme haben, in der Reserve eine schlagkräftige Truppe zu stellen. Verstärkt wird das
Ganze auch dadurch, dass es nicht mehr so viel Nachwuchs aus dem Jugendbereich gibt.
Der demographische Wandel schlägt hier auch bei uns voll durch. Insofern haben wir bei der
letzten Mitgliederversammlung um die Zustimmung gebeten, Gespräche mit anderen
Vereinen hinsichtlich der Bildung einer möglichen Spielgemeinschaft aufzunehmen. Dass die
SG Immichenhain/Ottrau der vorrangige Ansprechpartner sein sollte, war schnell klar. Zum
einen existieren traditionell gute Beziehungen zwischen den Vereinen, in der Jugend besteht
bereits eine SG und zudem spielen beide Vereine aktuell in der gleichen Klasse. Insofern
erhoffen wir uns nicht nur eine Lösung des Personalproblems, sondern langfristig auch einen
Sicherstellung des Spielbetriebes auf einem gewissen Niveau.“
Auf der Seite der SG sieht Immichenhains 1. Vorsitzender Sascha Degenhardt die Situation
ähnlich: „Bei uns ist zwar aktuell die Not in der Reserve noch nicht ganz so groß, wie in
Schrecksbach, allerdings müssen wir auch strategisch denken. Wenn wir uns die Zahlen im
Jugendbereich anschauen, ist klar erkennbar, dass wir mittelfristig Probleme bekommen
werden. Wir hatten in der Großgemeinde Ottrau, speziell Anfang der 2000er, extrem
geburtenschwache Jahrgänge. Das macht sich in den Jugendmannschaften bemerkbar und
wird langsam aber sicher auch die Senioren treffen. Aktuell zehren wir noch von unseren
starken Jahrgängen, aber perspektivisch ist ein Strategiewechsel unabdingbar. Externe
Spieler in großem Maße von außerhalb zu rekrutieren, ist aufgrund der finanziellen Mittel
undenkbar und widerspricht zudem ganz massiv unserer Vereinsphilosophie! Auch unsere
Mitglieder haben die Zeichen der Zeit erkannt, sie haben uns bereits vor zwei Jahren die
Aufgabe erteilt, den Verein mit einer möglichen Kooperation zukunftsorientiert aufzustellen.
Insofern kam die Anfrage vom VfB zwar jetzt recht kurzfristig, passt aber inhaltlich voll in
unser langfristiges Konzept.“
Auch für Degenhardt – der übrigens mit Jäckel selbst in der Jugend in einer
Spielgemeinschaft zusammen gespielt hat - ist der VfB der logische Partner: „Schrecksbach
ist ein Partner auf Augenhöhe. Beide Vereine sind strukturell gut aufgestellt, es gibt viele
persönliche Beziehungen unter den Mitgliedern, Spielern und Offiziellen und die räumliche
Nähe macht das Ganze auch organisatorisch leichter. Dass wir in der Jugend zusammen
arbeiten, ist ein weiterer, positiver Aspekt.“ Neben diesen, teilweise sehr persönlichen und
emotionalen Gründen, sehen beide Vorstände in der geographischen Lage auch einen ganz
pragmatischen Ansatz für den Zusammenschluss: Durch die SG von Röllshausen und
Neukirchen bieten sich andere Alternativen maximal noch über die Kreisgrenzen hinaus an –
eine Möglichkeit, die für beide Lager momentan außer Frage steht.

Wie die Zusammenarbeit aussehen soll, erklärt SG-Abteilungsleiter Thomas Schwalm:
„Wichtig war uns die Zielsetzung, dass alle Beteiligten ihre Eigenständigkeit in den Vereinen
erhalten. Darüber hinaus ist uns die Sicherstellung des Spielebetriebs möglichst langfristig
und konkurrenzfähig auf einem gewissen Niveau (optimalerweise KOL) für die ersten
Mannschaften wichtig. Dazu soll eine starke und konkurrenzfähige Reserve und eine
möglichst erhöhte Trainingsbeteiligung durch einen erhöhten Konkurrenzkampf zudem
möglichst den Leistungslevel im Gesamtkader beider Vereine verbessern. Und zu guter Letzt
wollen wir möglichst viele Spieler in beiden Mannschaften halten, indem wir ihnen weiterhin
Einsatzmöglichkeiten geben.“
Um diese Ziele sicherzustellen, wurde eine Arbeitsgruppe aus den Vorständen des VfB und
der beiden Stammvereine der SG, dem TSV Eintracht Immichenhain und den SVF Ottrau,
gebildet. Nach der Abklärung der rechtlichen Vorgaben (u.a. Satzung des HFV) und der
Abwägung verschiedener Handlungsalternativen wurde dann folgende Vorgehensweise
beschlossen:
Für die Saison 2018/19 soll eine gemeinsame Reserve beantragt werden. Diese soll den
Namen SG Immichenhain/Ottrau/Schrecksbach II führen und optimalerweise in der B3 oder
zumindest B4 gemeldet werden. Das Trainer-/Betreuerteam wird sich möglichst zu gleichen
Teilen aus den Reihen von VfB und SG zusammen setzen. Sonstige, organisatorische
Regelungen (Spielorte, ggf. gemeinsames Training, finanzielle Regularien usw.) sind grob
vorgeplant, werden aber noch detailliert ausgearbeitet.
Markus Jäckel zu der Vorgehensweise: „Wir denken, dass wir die optimale Lösung gefunden
haben. Ein Gesamtzusammenschluss wäre, aufgrund des engen, zeitlichen Rahmens und
von Verbandsvorgaben, nicht reibungslos und so schnell zu realisieren gewesen. Zudem
bietet uns dieser erste Schritt die Möglichkeit, uns noch ein wenig zu beschnuppern und
auszutesten, ob alles wirklich so gut passt, wie wir es uns alle erhoffen und vermuten.
Zudem denken wir, dass beide Seiten in den ersten Mannschaften noch über ein
entsprechendes Potenzial verfügen, die aktuelle Klasse zu spielen. Ob, wie und wann wir die
Zusammenarbeit dann intensivieren, wird die Zukunft zeigen“.
Jetzt gilt es, den SG-Antrag fristgerecht einzureichen und dann abzuwarten, wie der
Kreisfußballausschuss entscheidet. Sascha Degenhardt ist jedoch optimistisch:
„Selbstverständlich haben wir uns vorher bei Erwin Naumann, dem Kreisfußballwart des
Schwalm-Eder-Kreises rückversichert. Alles andere wäre auch fahrlässig, da die
Entscheidung durch dieses Gremium erst bis zum 15. Juni gefällt sein muss – 15 Tage vor
Meldeschluss für die neue Saison! Hier wurde uns eine positive Rückmeldung gegeben, so
dass wir dem Ganzen sehr optimistisch entgegen sehen.“
Und in einem sind sich beide Vorstände abschließend einig:„ Wenn man bedenkt, dass wir in
knapp 8 Wochen jetzt den ganzen Entscheidungsprozess incl. Entwicklung des
Grobkonzepts mit den Vorständen der beteiligten Vereinen durchgesprochen habe, zeigt
dass, das alle Beteiligten konstruktiv und professionell an einem Strang ziehen wollen. Wenn
sich alle anderen Beteiligten – Spieler, Trainer, Offizielle und Vereinsmitglieder – daran
orientieren, dann können wir sicher positiv in die Zukunft blicken!“ (TS)


Quelle:Thomas Schwalm


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